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Katmai Pazifikküste

Im Reich der Giganten

 

 

 

 

Nach der Landung in Whitehorse im Yukon geht es zuerst in unsere Blockhütte in Atlin. Kaum angekommen laufen unsere Vorbereitungen auf Hochtouren.

 

Wir – Gerlinde, Franz, Sohn Bernd und unser Freund Joe - machen unseren Truck startklar, packen alles Nötige ein und fahren auf dem Alaska Highway 1.700km nach Nikiski in Alaska.

Nach 26 Stunden Autofahrt (inklusiver Tankstopps und Kaffeepausen) die abwechselnd gemeistert werden, treffen wir am späten Nachmittag in Nikiski ein.

Das Flugunternehmen, wo wir bereits von zuhause aus gebucht haben ist schnell gefunden. Unser Pilot Bernie begrüßt uns herzlich und wir hoffen, dass wir am nächsten Tag in die Wildnis ausgeflogen werden können. Leider haben wir zu viel Gepäck und es muss abgespeckt werden. Der Wettergott ist uns leider nicht gnädig und bei strömendem Regen müssen wir aus- und umpacken und uns von ca.100kg Gepäck trennen. Die Entscheidung ist nicht einfach was mitgenommen und was zurückbleiben muss.

 

Nachdem dies alles erledigt ist sind wir pritschnass und fahren in die nächstgelegene gemütliche Bar. Am nächsten Tag sind wir frühmorgens wieder bei Bernie. Er hat bereits nach Kodiak gefunkt wie die Wetterlage ist. Schlechte Nachrichten für uns: derzeit ist ein Flug ins Katmai-Gebiet nicht möglich. Regen, Wind und Nebel - typisches Pazifikwetter!

 

Wir warten….und hoffen auf eine baldige Wetterbesserung. Bernie funkt immer wieder die Küstenwache an. Am Nachmittag will es unser Pilot versuchen. Nicht wie geplant mit der Turbo-Beaver sondern – zu meiner großen Freude – mit der großen Variante der Beaver.

 

Da der Flug über 2 Stunden dauert (ca.400 km), das Wetter immer noch verrückt spielt und Bernie diese Bucht wo wir hinwollen noch niemals angeflogen ist, möchte er es mit dem großen Wasserflugzeug versuchen. Mit gemischten Gefühlen steigen wir ein und hoffen, dass alles klappt. Der Flug gestaltet sich als sehr turbulent. Es geht anfangs nur über das Meer bis Bernie dann die Katmai Küstenregion ansteuert. Wir bestaunen die Gletscher und Vulkane an denen es knapp vorbeigeht. Geschickt meistert unser Pilot die schwierige Flugstrecke bis wir dann endlich unsere Bucht von oben sehen. Bernie lacht und zeigt auf die vielen Bären die wir von der Luft aus bereits erkennen können.

 

Der Landeanflug ist mehr als abenteuerlich. Etliche Male muss unser Pilot die Bucht umkreisen um sich zu vergewissern wo er den Wasserflieger am besten aufsetzen kann.

 

Das Gepäck wird rasch aus dem Flugzeug geräumt.

 

Bernie hat noch einen langen Weg zurück nach Nikiski und möchte die derzeit gute Flugwetter-Situation ausnützen um heil wieder nach Hause zu kommen und drehte zum Abschied nochmal eine Runde über unsere Köpfe.

Wir suchen einen geeigneten Platz um unsere Zelte (eines für Material und eines zum Schlafen) zu errichten. Zur Sicherheit spannen wir einen Elektrozaun (dieser funktioniert mit herkömmlichen Batterien) rund um unser Camp - um uns und unser Equipment bärensicher zu machen.

Die Sonne weckt uns am nächsten Morgen auf. Herrliches Wetter, blauer Himmel!

Bernd und Joe gehen fischen und haben schon nach kurzer Zeit einige Lachse an der Angel. Buckel- und Hundslachse tummeln sich in rauen Mengen.

Nur mit dem Lagerfeuer ist es etwas schwierig. Es gibt in dieser Bucht keine Bäume – alles nur Weiden und Sträucher. Und einige dürre Äste zu finden die brennen sind eine Rarität.

 

Trotzdem schaffen wir es und genießen den frischen Lachs. Kaum fertiggegessen kommt schon der erste Küstenbraunbär auf Besuch. Er spaziert gemütlich am Ufer entlang – in unsere Richtung.

Besteck sofort aus der Hand gelegt und die Kameras auf die Stative montiert. Franz filmt und ich bin am fotografieren. 15 Meter vor uns hält der Bär inne. Er blickt in unsere Richtung und der Geruch vom gebratenen Fisch liegt in der Luft. Dann marschiert er weiter. Der Bär – ein stattliches Männchen – ist nur noch knappe 10 Meter von uns entfernt und wir sprechen ihn an. Das zeigt allerdings wenig Wirkung. Er kommt näher und näher. Es trennen uns nur noch knapp 2 Meter von ihm. Ungeduldig steigt er mit den Vordertatzen vor uns hin und her, denn wir blockieren die Feuerstelle, die er in Besitz nehmen will.

Auch unsere energischen Worte: „Go away!“ nützen nichts! Er wird immer aufdringlicher, wir ziehen uns hinter den Bärenzaun zurück und geben die Feuerstelle frei.

Sofort beginnt er diese zu inspizieren. Alle Steine die wir zusammengetragen haben entfernt er sorgfältig.

Dann prüft er die Pfanne, schnuppert hinein.

2 Stunden lang dreht er seine Runden um unser Camp. Versucht von allen Seiten hereinzukommen um seine Neugierde zu stillen. Er berührt dabei aber kein einziges Mal den Elektrozaun.

Zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, dass dieser Bär unser täglicher Gast werden wird. Auch bei Wanderungen die wir machen taucht er auf und geht hinter uns her.

 

 

An der Katmai-Küste gibt es zweimal täglich Ebbe und Flut. Der Tidenhub beträgt ca. 5 Meter.

Manchmal ist die Flut so hoch, dass das Wasser bis zu den Zelten hochkommt. Unser Unterstand, den wir mit einer Plane gebaut haben steht bei Flut bis zur Hälfte im Wasser. .

Flut und Ebbe verschieben sich täglich um 40 Minuten. Bei Ebbe tauchen die meisten Bären auf.

Sie ernähren sich von Muscheln und spüren diese mit ihren feinen Nasen auf. Dann treten sie vorsichtig drauf um sie zu knacken und öffnen sie geschickt mit ihren langen Krallen.

Einmal zählten wir bei Ebbe 21 Küstenbraunbären die in unmittelbarer Nähe zu unserem Camp auf Nahrungssuche unterwegs waren.

Zum Wandern bietet sich die Ebbe bestens an und wir brechen auf zu einem Bach wo der Lachszug bereits eingesetzt hat. Dort stehen die Bären und fischen.

Große Unterschiede gibt es zu erkennen – es gibt geschickte und erfolgreiche Fischer unter den Bären und welche die es erst lernen müssen. Ein Bär war besonders geschickt. Er fängt Lachs um Lachs und verspeist diese ganz relaxt neben uns. Die Bären haben kein Problem, dass wir so nahe am Bach stehen und lassen sich kaum von uns beirren.

Führende Bärinnen mit Jungen machen um die großen Männchen einen Bogen haben aber mit unserer Gegenwart kein Problem.

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